Beratungssingen anlässlich des 12. Landeschorwettbewerbs des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz am 27. September 2026
Ein musikalischer Tag voller Freude und Gemeinschaft in Bad Ems
Der Gemischte Chor der Sängervereinigung 1860 Budenheim e. V. beim Beratungssingen
Am Sonntag, dem 27. September 2026, machte sich der Gemischte Chor der Sängervereinigung 1860 Budenheim e. V. mit einem gecharterten Bus auf den Weg nach Bad Ems. Ziel war das beeindruckende historische Kurhaus-Ensemble mit seinem prachtvollen Marmorsaal, in dem an diesem Wochenende der 12. Landeschorwettbewerb des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz stattfand.
Vom 26. bis 27. September trafen sich dort insgesamt 19 Chöre aus ganz Rheinland-Pfalz. Für unseren Chor stand jedoch nicht der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund. Wir nahmen nicht am eigentlichen Wettbewerb teil und wurden daher auch nicht bewertet. Unser Auftritt fand im Rahmen eines Beratungssingens statt, das die Möglichkeit bot, den Chor vorzustellen, Anregungen für die weitere musikalische Entwicklung zu erhalten und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.
Drei Lieder, drei Facetten unseres Chores
Unter der Leitung unserer Dirigentin Miriam Menzel und mit Klavierbegleitung von Jan-Erik Bloß präsentierten wir dem Publikum drei sehr unterschiedliche Titel:
- „Halleluja“ (Wir lieben den Gesang vom Rhein), Text: Elke Becker
- „Yesterday“
- „Auf uns“
Mit großem Engagement und sichtbarer Freude am gemeinsamen Musizieren stellte sich der Chor dieser besonderen Auftrittssituation. Die außergewöhnliche Akustik und das stilvolle Ambiente des Marmorsaals verliehen den Darbietungen einen besonderen Rahmen und machten den Auftritt für alle Mitwirkenden zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
Musik verbindet
Neben dem eigenen Auftritt waren vor allem die Begegnungen mit den anderen Chören und deren Sängerinnen und Sängern eine große Bereicherung. Der Austausch, die unterschiedlichen musikalischen Interpretationen und die gemeinsame Begeisterung für den Chorgesang machten den Aufenthalt in Bad Ems zu einem inspirierenden Erlebnis.
Das Beratungssingen bot darüber hinaus die Gelegenheit, den eigenen Leistungsstand im Vergleich zu anderen Chören einzuordnen. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig und leistungsfähig die Chorszene in Rheinland-Pfalz aufgestellt ist. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass viele Chöre vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Ein Blick in die Reihen der Sängerinnen und Sänger machte sichtbar, dass das Fundament vieler Chöre von Menschen getragen wird, die dem Chorgesang seit Jahrzehnten verbunden sind. Darauf können die Vereine mit Recht stolz sein. Zugleich wurde jedoch deutlich, dass die Zukunft des Chorgesangs wesentlich davon abhängt, ob es gelingt, jüngere Menschen für dieses wunderbare Hobby zu begeistern.
Erfreulich war dabei zu beobachten, dass die Nachwuchsarbeit in einigen Chören bereits sichtbare Früchte trägt. Dort konnten junge Sängerinnen und Sänger gewonnen und erfolgreich in die Chorarbeit integriert werden. Diese Beispiele zeigen, dass eine nachhaltige Entwicklung möglich ist, wenn gezielt für den Chorgesang geworben und jungen Menschen attraktive Angebote gemacht werden.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Gewinnung von Nachwuchs nicht allein Aufgabe der einzelnen Chöre sein sollte. Der Chorgesang ist ein wichtiger Bestandteil unseres kulturellen Erbes und gelebtes Kulturgut. Deshalb wäre eine noch stärkere Unterstützung durch Politik, Bildungseinrichtungen, Verbände und gesellschaftliche Institutionen wünschenswert. Wer die Chorkultur langfristig erhalten möchte, muss Rahmenbedingungen schaffen, die Menschen aller Generationen den Zugang zum gemeinsamen Singen erleichtern.
Eine durchaus nachdenklich stimmende Frage lautet: Wer wird in zwanzig oder dreißig Jahren auf den Chorstühlen sitzen, wenn wir heute nicht entschlossen für Nachwuchs werben?
Bad Ems hat eindrucksvoll gezeigt, welche Kraft im gemeinsamen Singen steckt. Chöre sind weit mehr als musikalische Gemeinschaften. Sie schaffen Begegnungen, fördern den Zusammenhalt und bereichern das kulturelle Leben unserer Gesellschaft. Gerade deshalb ist es wichtig, diese Begeisterung an kommende Generationen weiterzugeben.
Geselliger Ausklang
Nach einem ereignisreichen musikalischen Tag ging die Fahrt zurück nach Budenheim. In der „Guten Quelle“ ließen wir den gelungenen Ausflug in geselliger Runde ausklingen. Bei gutem Essen, angeregten Gesprächen und vielen schönen Erinnerungen wurde noch einmal auf die Ereignisse des Tages zurückgeblickt.
Ein Tag, der in Erinnerung bleibt
Drei Lieder, ein stimmungsvoller Auftritt, zahlreiche Begegnungen und ein fröhlicher gemeinsamer Abschluss: Der Besuch des Landeschorwettbewerbs in Bad Ems war für den Gemischten Chor der Sängervereinigung 1860 Budenheim e. V. ein rundum gelungenes Erlebnis.
Wir haben nicht um Punkte gesungen. Wir haben für die Freude am Chorgesang gesungen. Und genau diese Freude haben wir mit nach Budenheim genommen.
Unser herzlicher Dank gilt dem Landesmusikrat Rheinland-Pfalz sowie dem gesamten Organisationsteam für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung. Die freundliche Atmosphäre, die professionelle Organisation und die Möglichkeit zum musikalischen Austausch haben wesentlich zum Gelingen dieses besonderen Tages beigetragen.
Ebenso danken wir allen Sängerinnen und Sängern unseres Chores, unserer Chorleiterin Miriam Menzel, unserem Klavierbegleiter Jan-Erik Bloß sowie allen Helferinnen und Helfern, die diesen Ausflug ermöglicht und begleitet haben.
Mit vielen schönen Erinnerungen, neuen Eindrücken und frischer Motivation blicken wir auf einen besonderen Tag in Bad Ems zurück. Gleichzeitig nehmen wir die Erkenntnis mit, dass die Zukunft des Chorgesangs nicht selbstverständlich ist. Einige Chöre zeigen bereits erfolgreich, wie durch engagierte Nachwuchsarbeit junge Menschen für das Singen begeistert werden können. Diese Beispiele machen Mut.
Damit die Chorkultur auch in Zukunft lebendig bleibt, braucht es jedoch nicht nur das Engagement der einzelnen Vereine, sondern auch eine breite gesellschaftliche Unterstützung. Chorgesang ist weit mehr als ein Freizeitangebot. Er verbindet Menschen, fördert Gemeinschaft und bewahrt ein wertvolles Kulturgut. Denn Singen verbindet Generationen – aber nur, wenn jede Generation aufs Neue die Chance erhält, diese Begeisterung für sich zu entdecken.